Wie kommen unsere Abgabe- und Übernahmegebühren zustande?


Sollten wir nicht froh sein, dass jemand helfen möchte? Dass wir die Tiere „loswerden“? Möchten wir etwa die Tiere lieber selbst behalten und freuen wir uns über eine missglückte Vermittlung der Kosten wegen?



Katzen werden selten abgegeben. Meist landen sie als Fundtiere bei uns: Wir wissen weder ihre Vorgeschichte, noch ihren gesundheitlichen Status. Daher müssen wir bei ihnen das volle Programm durchziehen: Entflohung, Entwurmung, Impfung, Kastration. Eine Floh- und Wurmkur nimmt schon ein paar Euro in Anspruch, mehrere Impfungen und eine Kastration sowieso. Durch die 150,- nehmen wir kaum Geld ein. Es deckt gerade mal die ungefähren Kosten.

Nicht selten sind diese Tiere jedoch in einem Zustand, der weitere Maßnahmen und somit weitere Kosten mit sich bringt. Wir erhalten nicht bei jedem Tier die Abgabegebühren: Manche versterben trotz teurer medizinischer Versorgung im Tierheim, für chronisch kranke und alte Tiere verlangen wir nur zwei Drittel des Preises. Schließlich haben die neuen Eigentümer selbst eine Zeit vor sich, in denen immer wieder Kosten entstehen und wir möchten diese nicht noch mehr belasten.
Dazu kommt natürlich auch noch die Unterbringung, Futter, Desinfektion, Reinigungsmittel, Quarantäneboxen, die in der Anschaffung mehrere tausend Euro kosten, Wasser, Strom, Heizkosten, die Abnutzung der Industriespülmaschine, Personalkosten, Instandhaltungen und vieles mehr.
Kitten werden meist gefunden und müssen oft gegen Parvovirose, Katzenschnupfen, starkem Wurmbefall oder Giardien behandelt werden.
Die Gebühr bei einem durchgeimpften Kitten liegt bei 85 Euro.

 

Hunde werden oftmals beschlagnahmt, sind dann in einem sehr schlechten Zustand. Alle Tiere werden von einem Tierarzt durchgecheckt. Alte erhalten eine Blutuntersuchung, bei manchen muss auch ein Röntgenbild gemacht werden. Manchmal ist eine Operation von Nöten: Zahnsanierungen, da der Eiter fließt, Gebärmutterentzündungen, Harnsteine, Tumore,… Viele werden bei vollem Wissen krank abgegeben. Wir beraten vorher, raten zum Beispiel zu einer Urinuntersuchung, wenn der Hund, der immer stubenrein ist, plötzlich täglich in die Wohnung pinkelt. Wir erhalten Hunde, die die vorherigen Wochen, Monate unnötige Schmerzen hatten. Wir zahlen die Urinuntersuchung, die Medikamente. Wir möchten nur gesunde Tiere vermitteln, daher können diese Tiere auch in der Zeit nicht vermittelt werden.

 

Hält man selbst ein Tier, das man abgeben möchte, muss man ebenso eine Gebühr bezahlen. Ja, im Internet bekommt man teilweise Geld dafür. Wir sind aber keine Endstelle die sich der Haltung erfreut, sondern sind eine vorübergehende Unterbringung, die ohne Druck das neue geeignete Zuhause sucht. Wir sind nicht reich, je mehr Tiere wir besitzen. Wir sind reich, je weniger bei uns sein müssen.
Diese Übernahmegebühr ist unterschiedlich hoch, je nachdem in welchem Zustand sich das Tier befindet. Natürlich müssen wir bei einem ungeimpften, nicht gekennzeichneten Tier mehr verlangen, genauso wie bei einem verhaltensauffälligen Hund, den wir aufnehmen, in dem Wissen, dass er eine lange Zeit bei uns sein wird. Wir übernehmen die volle Verantwortung über dieses Tier. Personal setzt sich Gefahren aus, um die Tiere wieder vermittlungsfähig zu machen. Maulkörbe müssen bestellt werden (jede Kopfform braucht einen anderen), Trainer müssen um Rat gefragt werden, viel Zeit wird beansprucht. Das sind dann nicht die üblichen paar Euro wie bei einem verhaltensunauffälligen Hund, der durchgeimpft, topfit ist, sondern das sind 400,- Euro Übereignungsgebühr und monatliche 50,- Euro als Patenschaft.
Auch wir können nichts dafür, dass dieser Hund ist, wie er ist. Irgendjemand wird sich ihm angenommen haben, sich möglicherweise selbst überschätzt haben und trägt dann die Verantwortung über diesen Hund. In vielen Fällen können wir diese abnehmen. Aber nicht umsonst, sonst würde es uns ganz schnell nicht mehr geben und somit auch niemanden, der in solchen Situationen da ist.

 

Also nein, wir möchten die Tiere nicht „loswerden“, wir möchten sie auch nicht am liebsten selbst behalten, weil wir so viel Geld durch sie einnehmen.

 

Und nein, man bekommt keinen Rabatt auf einen Hund, wenn man ein Kaninchen abgibt.

 


 
 
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